Telekommunikationsgeräte gemäß § 3 Nr. 45 Einkommensteuergesetz

 

  1. Private Nutzung arbeitgebereigener Personalcomputer und Telekommunikationsgeräte

 

Nach § 3 Nr. 45 Einkommensteuergesetz ist der geldwerte Vorteil, der sich durch die private Nutzung von betrieblichen Personalcomputern und Telekommunikationsgeräten (Telefon; Handy; Faxgeräte) ergibt, steuerfrei. Die Steuerfreiheit gilt dabei nicht nur für die private Nutzung des PCs und Telefons am Arbeitsplatz im Betrieb, sondern auch dann, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer z.B. ein Mobiltelefon oder einen Laptop zur ständigen privaten Nutzung überlässt oder dem Arbeitnehmer in dessen Privatwohnung einen betrieblichen Telefonanschluss einrichtet, den der Arbeitnehmer ohne jede Einschränkung privat nutzen kann.

Entscheidend ist, dass es sich um einen betrieblichen Telefonanschluss handelt, das heißt, dass das Telefon, Handy, Faxgerät oder der PC Eigentum des Arbeitgebers bleiben muss. Die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 45 EStG ist ausgeschlossen, wenn der Arbeitnehmer als wirtschaftlicher Eigentümer des Telekommunikationsgeräts anzusehen ist. In diesem Fall handelt es sich nicht mehr um eine Nutzungsüberlassung, sondern um die Eigentumsübertragung des Telekommunikationsgeräts.

Die Steuerfreiheit des geldwerten Vorteils gilt nur bei einer Überlassung von  Telekommunikationsgeräten entweder durch den Arbeitgeber selbst oder aufgrund des Dienstverhältnisses durch einen Dritten. Die Steuerfreiheit tritt also nicht ein, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Telekommunikationsgerät schenkt oder verbilligt übereignet.


    2.  Betriebliche und private Nutzung arbeitnehmereigener Personalcomputer und Telekommunikationsgeräte

 

Bei der betrieblichen und privaten Nutzung eines arbeitnehmereigenen Gerätes ist wie folgt zu unterscheiden:

Bei Erstattung der dem Arbeitnehmer entstandenen Kosten für die berufliche Nutzung handelt es sich um steuerfreien Auslagenersatz gemäß § 3 Nr. 50 Einkommensteuergesetz. Der Arbeitnehmer hat den Umfang der betrieblichen Nutzung nachzuweisen, gegebenenfalls ist zu schätzen. Nach Richtlinie 22 Abs. 2 der Lohnsteuerrichtlinien ist es zulässig den monatlichen Durchschnittsbetrag aus den Rechnungen für einen Dreimonatszeitraum jeweils für ein Jahr zugrundezulegen. Ohne Nachweis ist der steuerfreie Ersatz auf 20 v. H. bzw. 20 € im Monat begrenzt.
Trägt der Arbeitnehmer die Kosten der betrieblichen Nutzung, liegen Werbungskosten vor. Vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzte Aufwendungen mindern den als Werbungskosten abziehbaren Betrag.
 

  • Erstattet der Arbeitgeber nicht nur die Aufwendungen für die betriebliche Nutzung, sondern auch für die private Nutzung, liegt für den privaten Nutzungsteil steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Auch hier sind die Nutzungsanteile entsprechend zu ermitteln.
     
  • Zuschüsse des Arbeitgebers für die private Internetnutzung (nur Internet, nicht Telefon, Fax, E-mail) sind nach § 40 Abs. 2 Nr. 5 mit 25 v. H. pauschalierungsfähig. Aus Vereinfachungsgründen kann der Arbeitgeber den vom Arbeitnehmer erklärten Betrag für die Internetnutzung bis 50 € monatlich als pauschalierungsfähig ansetzen. 

Der Anwendungsbereich des § 3 Nr. 45 bezieht sich ausschließlich auf Arbeitnehmer.

 

 

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